Spielerei

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Freitag, 20. Juli 2007

Nochmal Zähne

Wie gestern schon angekündigt war heute der zweite Große dran. Zahnoperation(en).
Der Zaubersaft mit dem Narkosemittel wirkte nicht einschläfernde, sondern - wie normal üblich - beruhigend. Noch bei Bewußtsein ging es auf die Behandlungsliege. Dank Drogen aber alles locker - kein Problem.
Wieder mußte ein Zahn dran glauben. Glücklicherweise war aber weniger zu machen, als vorher "geplant".
Das Aufwachen gestaltete sich zu einer noch größeren Geduldsprobe, als gestern. Junior zwei ist richtig aggressiv geworden. Geh weg, Hau ab, Laß mich in Ruhe! Dabei hat er sich gewunden und um sich geschlagen. Nur loslassen oder größeren Abstand nehmen war nicht drin. Er saß noch benebelt und gummischlapp auf dem Bettchen im Aufwachraum. Für mich waren das die schlimmsten Minuten mit meinem Sohn, die es bisher gab. Es hat sich angefühlt, als ob es dreieinhalb Ewigkeiten gedauert hat. Irgendwann wollte er nurnoch raus.
Es gab dann einige lichte Momente, die vorgaukelten: Bin erwacht. Aber denkste.
Während der Busfahrt fragte er immer wieder nach der Endhaltestelle der Hinfahrt, weil wir doch zum Arzt wollten. Die Fahrt dauerte eine Stunde und ich habe es mehrmals erklären müssen. Zwischenzeitlich ist er dann so schlapp geworden, daß ich ihn stützen mußte, damit er mir nicht zusammenbricht. So lange hat es gestern nicht gedauert.
Hier zeigte sich mal wieder, daß die beiden absolut gegensätzlich sind. Was beim einen funktioniert, geht beim anderen schief. Was der eine will, lehnt der andere ab.
Dies sei gleich eine Warnung an alle Eltern, die mit ihren Kindern zu einer Zahnoperation müssen. Die OP ist ein Klacks, die Nachwehen dagegen eine echte Herrausforderung. Wobei die kleinen Geister eben nicht für rationales zugänglich sind. Ihr Wille ist die einzige treibende Kraft. Und bekommen sie ihren Willen nicht, kommt es zu Extremen.
Busfahren ist besser, als Autofahren, wenn man allein ist. Allerdings muß man dann die Blicke und das Unverständnis der Mitfahrer aushalten.
Es dauerte drei Stunden bis er wieder normal war.

Anmerkung: Ich nenne beide Zwerge Großer, weil mich das immer genervt hat, wenn ich mit Kleiner angeredet wurde. Ausserdem gibt es Kraft und Selbstbewußt sein, wenn man nicht permanent kleingeredet wird.

Zum Abschluß des Tages gab es noch ein Eichhörnchen, welches erst auf uns zu kam, um dann über uns im Baum sitzen zu bleiben.

Donnerstag, 19. Juli 2007

Zahnlos

Wie bereits angekündigt war heute die zahnärztliche Behandlung des Großen fällig. Um 7 Uhr morgens das letzte Mal Essen, danach nur Wasser und ab 11 Uhr nichts mehr.
Wir waren in der Stadt unterwegs, sind Straßenbahn gefahren. Einfach irgendwohin. In unserem Fall die M2 vom Alexanderplatz nach Heinersdorf. Das war eine gute Ablenkungsstrategie.
Nach ein paar Minuten auf dem Spielplatz ging es dann zum Arzt. Erstmal alle Spielzeuge im Wartezimmer durchgespielt und es kam endlich der Zaubertrank, der nach wenigen Minuten wirkte. Der Narkosearzt war erstaunt wie gut er wirkte.
Normalerweise dämmern die Kinder nur weg. Meines schlief schnarchend.
Ich bin im Wartezimmer auch eingeschlafen - ganz ohne Trank.
Jetzt kommt der schlimmste Teil:
"Nicht wundern, daß da Blut aus Nase und Mund läuft ist normal" Schock
Es mußten zwei Zähne gezogen werden, zahlreiche überkront und er hatte einen Schlauch in der Nase (im Mund haben ja die Zahnärzte gearbeitet). So gesehen, also schon normal. Für einen Vater, der sein Kind verkabelt sowie mit einer Kanüle im Arm, ausgeschaltet, aus Mund und Nase blutend röcheln hört - nicht.
Nach einiger Zeit driftete er stückweise zurück ins Sein. Natürlich weinte er. Die erste Frage, die klar herauskam: Wo sind wir hier?
Er hat nicht mitbekommen, daß seine Behandlung schon war.
Geduld, Geduld, Geduld.
Naseputzen, Trinken, Mundausspülen ... Alles nach langem Zuspruch und viel Kuscheln.
Zuhause angekommen, gab es sein Lieblingsgericht: Nudeln mit roter Soße, danach Eis von Vanille - jeweils gleich zwei Portionen.
Wenn er morgen dann wieder nur jeweils eine Portion ißt, ist alles wieder beim Alten.
Aber morgen ist ja der Andere dran ...

Mittwoch, 11. Juli 2007

Auf den Zahn gefühlt

Ich war heute mit den Jungs beim Zahnarzt. Einem Spezialisten für Kinderzähne.
Es werden mehrere Kronen für Backenzähne und einige kleinere Stellen zu behandeln sein.
Milchzahnbackenzähne bleiben mindestens bis zum 11. Lebensjahr erhalten - daher muß es eine Behandlung geben.
Weil aber Kinderzähne klein und damit kompliziert sind und es auch nicht wirklich zumutbar ist eine stundenlange Behandlung aushalten zu müssen, werden sie narkotisiert werden müssen.
Das Risiko ist rechnerisch sehr gering und die meisten dennoch auftretenden Komplikationen sind auf genetische Faktoren zurückzuführen. Nun, mir ist nichts aus meiner Familie bekannt.
Beunruhigt bin ich dennoch.
Im Schnitt war der See 50cm tief und trotzdem ist die Kuh ertrunken.
Da ist der monetäre Schock (allein die Narkose kostet 100 Euro, pro Kind) und die zu nehmenden Urlaubstage für eine entsprechende Betreuung schon fast Nebensache.
Die Hauptursache seien die Säuren in Fruchtsäften und Schorlen. Laut Zahnarzt "schmelzen" diese Säuren im wahrsten Sinne die kleinen Zähne. Die Aussage "Zuckerfrei" bedeutet also keinesfalls Zahnfreundlich! Wir werden jetzt auf Wasser/Tee umstellen und abends eine besondere Putzminute einlegen. Tagsüber im Kinderladen putzen die Zwerge ihre Zähne gut und gründlich. Und auch gerne.
Trotzdem sind die Backenzähne kaputt.
Und ich kann ihnen nicht wirklich helfen.
Traurig und ein wenig ängstlich werde ich heute in mein Bett kriechen.